
Welche Kulturen eignen sich für Agri-PV auf Ackerland?
Auf Ackerland eignen sich Kulturen, die von einer Teilbeschattung profitieren. Nicht jede Kultur verträgt den Schatten von Solarmodulen gleich gut. Entscheidend ist, wie lichtbedürftig eine Pflanze ist und wie die Anlage aufgestellt wird. Die gute Nachricht: Bei einer gut geplanten Agri-PV-Anlage nach DIN SPEC 91434 bleibt die landwirtschaftliche Nutzbarkeit der Fläche vollständig erhalten – die Wahl der richtigen Kultur macht jedoch einen erheblichen Unterschied.
Welche Ackerkulturen vertragen Teilbeschattung?
Grundsätzlich lassen sich die gängigen Ackerkulturen in drei Gruppen einteilen:
Gut geeignet – hohe Schattentoleranz:
Luzerne und Rotklee gehören zu den schattentolerаntesten Ackerkulturen überhaupt und können unter Agri-PV-Anlagen ohne nennenswerte Einbußen angebaut werden. Ähnliches gilt für Erdbeeren, Kopfsalat, Spinat und Kulturheidelbeeren – sie profitieren sogar vom Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung und Hitze. Hafer und Winterroggen sind unter den Getreidesorten vergleichsweise robust gegenüber Teilbeschattung. Auch Ackerbohnen und Kartoffeln kommen gut mit reduzierten Lichtmengen zurecht – bei Kartoffeln kann die Beschattung zudem das Risiko von Krautfäule in Hitzeperioden senken.
Bedingt geeignet – mittlere Schattentoleranz:
Winterweizen und Wintergerste – die in Deutschland am häufigsten angebauten Ackerkulturen – sind bei Teilbeschattung grundsätzlich möglich, reagieren jedoch empfindlicher als die oben genannten Kulturen. Entscheidend ist hier die Aufstellungshöhe und Modulausrichtung der Anlage. Knollensellerie und Sojabohne zeigen eine mittlere Toleranz, die Datenlage aus Praxisversuchen ist jedoch noch begrenzt.
Weniger geeignet – hoher Lichtbedarf:
Winterraps, Mais und Zuckerrüben sind sehr lichtbedürftig und reagieren empfindlich auf Beschattung. Sie sind für Agri-PV auf Ackerland nur bedingt zu empfehlen – es sei denn, die Anlage ist so konzipiert, dass der Beschattungsanteil sehr gering bleibt, etwa durch weit auseinanderstehende Modulreihen.
Gibt es Ertragsveränderungen bei Ackerland?
Ja – aber sie fallen je nach Kultur und Anlagendesign sehr unterschiedlich aus. Bei Getreidekulturen wie Winterweizen und Wintergerste dokumentieren Studien des Fraunhofer ISE Ertragsverluste von typischerweise 5–20 % gegenüber einer konventionellen Bewirtschaftung ohne Solarmodule (genaue Werte je nach Standort und Anlagendesign). Diese Verluste klingen zunächst negativ – müssen jedoch im Gesamtbild betrachtet werden: Der gleichzeitig erzeugte Solarstrom bringt dem Landwirt zusätzliche Einnahmen, die die Ertragsminderung in der Regel deutlich überkompensieren.
Bei schattentoleranten Kulturen wie Luzerne, Rotklee oder Erdbeeren sind die Ertragsverluste deutlich geringer – in manchen Fällen wurden sogar leichte Ertragssteigerungen beobachtet. Der Grund: In heißen Sommern schützen die Module die Pflanzen vor Hitzestress und reduzieren die Wasserverdunstung (Evapotranspiration). Die Pflanzen müssen weniger Wasser verbrauchen und bleiben länger produktiv.
Ein weiterer positiver Effekt: Agri-PV-Anlagen können als natürlicher Schutz vor Extremwetterereignissen wie Hagel oder Starkregen wirken – ein Vorteil, der besonders für sensiblere Kulturen wie Erdbeeren oder Kopfsalat wirtschaftlich relevant ist.
Wie wirkt sich Agri-PV auf die Bodenqualität aus?
Die Auswirkungen auf den Boden sind überwiegend positiv. Durch die Teilbeschattung verdunstet weniger Wasser aus dem Boden – die Bodenfeuchte bleibt länger erhalten, was besonders in Trockenjahren ein entscheidender Vorteil sein kann. Gleichzeitig schützen die Modulreihen den Boden vor starkem Wind, was die Bodenerosion reduziert.
Zu beachten ist, dass beim Bau einer Agri-PV-Anlage Fundamente gesetzt werden müssen. Im unmittelbaren Bereich der Träger kann es lokal zu Bodenverdichtungen kommen – dieser Effekt ist jedoch auf einen sehr kleinen Teil der Gesamtfläche begrenzt. Die DIN SPEC 91434 schreibt vor, dass die landwirtschaftliche Nutzbarkeit der Fläche dauerhaft erhalten bleiben muss. Eine fachgerecht geplante Anlage hat daher keinen nennenswerten negativen Einfluss auf die langfristige Bodenqualität.
Welche Kulturen eignen sich für Agri-PV auf Grünland?
Grünland eignet sich hervorragend für Agri-PV, insbesondere für Weidehaltung und Heuproduktion. Die Flächen bleiben landwirtschaftlich nutzbar, während die PV-Module zusätzlichen Schutz bieten. Zu den am häufigsten angebauten Pflanzen gehören verschiedene Grasarten wie Deutsches Weidelgras, Wiesenrispengras und Rotklee, die sich gut mit der Installation von PV-Modulen kombinieren lassen.
Wie beeinflusst Agri-PV die Weidehaltung?
Agri-PV kann die Weidehaltung positiv beeinflussen. Die Module bieten Schutz vor extremen Wetterbedingungen, was sowohl das Wohl der Tiere als auch das Pflanzenwachstum unterstützt. Schafe und Rinder nutzen den Schatten der Module, was die Weidequalität verbessert (Quelle: logicenergy.de). In einem unserer Projekte in der Oberpfalz haben Landwirte berichtet, dass die Milchproduktion ihrer Kühe in heißen Sommern durch den Schatten der Module um bis zu 10% gestiegen ist. Eine Studie zeigt, dass Tiere, die Zugang zu schattigen Bereichen haben, weniger Stress zeigen und eine höhere Futteraufnahme haben, was sich direkt auf die Produktivität auswirkt. Darüber hinaus können Landwirte durch die Kombination von Weidehaltung und Agri-PV ihre Flächen effizienter nutzen und die Erträge steigern.
Welche Auswirkungen hat Agri-PV auf den Graswuchs?
Der Graswuchs profitiert von der Schattenwirkung der Agri-PV-Module. Die reduzierte Verdunstung sorgt für eine gleichmäßigere Feuchtigkeitsverteilung, was zu einem gleichmäßigen Wachstum führt. Dies ist besonders in trockenen Sommermonaten vorteilhaft (Quelle: EEG 2026). In unseren Projekten haben wir beobachtet, dass die Grasproduktion unter den Modulen um etwa 5-10% gesteigert werden kann, was für die Heuproduktion von Vorteil ist. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass die Temperatur unter den PV-Modulen im Vergleich zu unbeschatteten Flächen um bis zu 5 Grad Celsius niedriger ist, was das Wachstum der Graspflanzen fördert. Zudem kann eine längere Wachstumsperiode durch die verbesserte Mikroumgebung unter den Modulen erreicht werden.
Können Heuproduzenten von Agri-PV profitieren?
Ja, Heuproduzenten profitieren von Agri-PV durch eine stabilere Erntequalität. Die Schattenwirkung verhindert das Austrocknen des Grases und fördert eine gleichmäßige Trocknung. Dies kann die Qualität des Heus steigern und Verluste reduzieren (Quelle: BNetzA). In einem Projekt nahe Regensburg haben Landwirte berichtet, dass die Heuqualität durch die gleichmäßige Trocknung unter den Modulen um bis zu 15% verbessert wurde. Die Integration von Agri-PV in die Heuproduktion stellt somit eine vielversprechende Lösung für nachhaltige Landwirtschaft dar.
Welche Sonderkulturen sind für Agri-PV besonders geeignet?
Sonderkulturen wie Wein, Hopfen und Beeren eignen sich besonders für Agri-PV, da sie von der Schutzwirkung vor extremen Wetterereignissen profitieren. Diese Kulturen sind in Deutschland weit verbreitet und passen gut zu den Anforderungen von Agri-PV-Systemen.
Wie unterstützt Agri-PV den Weinbau?
Agri-PV ist ideal für den Weinbau, da die Module zwischen den Reben installiert werden können, um optimalen Schutz und Lichtdurchlässigkeit zu bieten. Dies verbessert den Schutz vor Hagel und Hitze, was die Traubenqualität und den Ertrag steigert (Quelle: agri-pv.org).
Ist Hopfen für Agri-PV geeignet?
Hopfen ist sehr gut für Agri-PV geeignet. Die hohen Strukturen der Hopfenpflanzen passen gut zu den hochaufgeständerten Modulen. Dies bietet den Pflanzen Schutz und ermöglicht gleichzeitig eine effiziente Energieerzeugung (Quelle: Photovoltaik BW). In Bayern, einem der größten Hopfenanbaugebiete der Welt, haben Landwirte berichtet, dass die Erträge stabil geblieben sind, während die Pflanzen besser vor Witterungseinflüssen geschützt sind.
Welche Vorteile bieten Agri-PV-Systeme für Beerenobst?
Beerenobst profitiert von Agri-PV durch eine reduzierte Hitzebelastung und geringeren Wasserstress. Die Module schützen die Pflanzen vor extremen Wetterbedingungen und verbessern die Wasserverfügbarkeit, was die Erträge stabilisiert (Quelle: BNetzA).
Vergleichstabelle der Kulturen für Agri-PV
Vergleichstabelle der Kulturen für Agri-PV
| Kulturtyp | Eignung | Besonderheiten | Systemempfehlung | |
|---|---|---|---|---|
| Beerenobst | Geeignet |
Reduzierter Wasserstress | Vertikale Systeme | |
| Apfelbäume | Geeignet t | Kombination mit Reihenbau | Aufgeständerte Systeme | |
| Ackerland | Geeignet |
Schutz vor Hagel | Tracking System |
|
| Hopfen |
|
Hohe Pflanzenstrukturen | Hochaufgeständerte Systeme | |
| Grünland |
|
Weidehaltung | Tracking System |
Überblick über die Eignung der Kulturen
Die oben dargestellte Vergleichstabelle bietet einen Überblick über verschiedene Kulturtypen, die sich für die Kombination von Landwirtschaft und Photovoltaik (Agri-PV) eignen. Diese Anbaumethoden sind besonders relevant, da sie nicht nur die landwirtschaftliche Produktion steigern, sondern auch zur Erzeugung erneuerbarer Energie beitragen. Die Eignung der jeweiligen Kulturen hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die spezifischen Anforderungen der Pflanzen, das Mikroklima und die Art der PV-Anlage.Fazit und Entscheidungshilfe
Fazit und Entscheidungshilfe
Vorteile von Agri-PV
Agri-PV bietet eine wertvolle Möglichkeit zur Doppelnutzung von Flächen, indem es Landwirtschaft und Energieerzeugung kombiniert. Welche Kulturen sich für Agri-PV am besten eignen, hängt von der spezifischen Kultur, dem Standort und den verwendeten Systemen ab. Beerenobst, Apfelbäume, Ackerland und Grünland sind besonders geeignet.. Insbesondere Beerenobst wie Erdbeeren und Himbeeren profitieren von der teilweisen Beschattung, die durch die PV-Module entsteht, da sie dadurch vor direkter Sonneneinstrahlung und extremen Wetterbedingungen geschützt werden.
Machbarkeitsanalyse und Beispiele
Für Landwirte, die über die Implementierung von Agri-PV nachdenken, ist eine umfassende Machbarkeitsanalyse unerlässlich. Diese Analyse hilft, die am besten geeigneten Kulturen und Systeme für spezifische Standorte zu identifizieren. Aus unserer Erfahrung mit über 60 Projekten haben wir festgestellt, dass die richtige Auswahl der Kulturen zu einer erfolgreichen Kombination von Landwirtschaft und Energienutzung führen kann.
Berücksichtigung von Boden und Klima
Zusätzlich sollten Landwirte auch die spezifischen klimatischen Bedingungen und die Bodenqualität ihrer Flächen berücksichtigen. Eine Analyse der Bodenart kann Aufschluss darüber geben, welche Kulturen am besten gedeihen werden.
Es ist auch ratsam, sich über die spezifischen Anforderungen und Wachstumsbedingungen der jeweiligen Kultur zu informieren, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Agri-PV eine zukunftsweisende Lösung darstellt, die nicht nur zur Energiegewinnung beiträgt, sondern auch die landwirtschaftliche Produktivität steigern kann, sofern die richtigen Entscheidungen getroffen werden.
Quellen und weiterfuehrende Links
- sonne.nrw
- rbb24.de
- logicenergy.de
- agri-pv.org
- deutschlandfunk.de
- eehd.gmbh
- mdr.de
- energiefluss24.de
- fz-juelich.de
- reduco.ai
- bmleh.de
- photovoltaik-bw.de
- photovoltaik.eu
- intersolar.de
Für eine detaillierte Machbarkeitsanalyse Ihrer Flächen und Kulturen, besuchen Sie unsere Website. Unser Expertenteam bei DoppelErnte steht bereit, um Sie bei der erfolgreichen Integration von Agri-PV in Ihre landwirtschaftlichen Betriebe zu unterstützen. Um den spezifischen Anforderungen und Gegebenheiten Ihrer Anbauflächen gerecht zu werden, ist es wichtig zu wissen, welche Kulturen sich für die Kombination mit Agri-PV eignen. Zu den am häufigsten empfohlenen Kulturen gehören beispielsweise Tomaten, Paprika und verschiedene Kräuter, da diese Pflanzen sowohl von der teilweisen Beschattung durch die Solarmodule als auch von den verbesserten Mikroklimabedingungen profitieren können. Eine Studie hat gezeigt, dass der Ertrag von Tomaten unter Agri-PV-Anlagen um bis zu 20 % höher sein kann als auf unbedeckten Flächen. Darüber hinaus können durch die gleichzeitige Nutzung von Flächen für die Solarenergieerzeugung und den Anbau von Nahrungsmitteln die Betriebskosten signifikant gesenkt werden. Ein Praxisbeispiel aus Deutschland zeigt, dass ein landwirtschaftlicher Betrieb, der Agri-PV implementiert hat, seine jährlichen Energiekosten um bis zu 30 % reduzieren konnte, während gleichzeitig die Erträge durch die Anbaukulturen stabil blieben. Die Kombination von Landwirtschaft und Photovoltaik eröffnet zudem neue Möglichkeiten für die Diversifizierung von Einkommensströmen. Landwirte können nicht nur von den Erträgen ihrer Kulturen profitieren, sondern auch von der Einspeisung des erzeugten Solarstroms in das öffentliche Netz. In einigen Regionen Deutschlands wurde festgestellt, dass die Rentabilität von Agri-PV-Anlagen durch staatliche Förderungen und Einspeisevergütungen zusätzlich gesteigert werden kann. Wenn Sie mehr über die besten Anbaupraktiken und die Integration von Agri-PV in Ihren Betrieb erfahren möchten, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
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