Vergleich von Agri-PV-Systemtypen: Tracker, Vertikal und Hochaufgeständert
Systemtypen im Überblick – Technische Funktionsweise
Agri-PV-Systemtypen unterscheiden sich hauptsächlich in der Art und Weise, wie sie Sonnenlicht in Strom umwandeln. Einachsige und zweiachsige Tracker, vertikale Bifazial-Systeme und hochaufgeständerte Festmodul-Systeme sind die vier Haupttypen.
Einachsiger und zweiachsiger Tracker
Einachsig Tracker folgen der Sonne von Ost nach West. Zweiachsige Tracker passen sich zusätzlich an die Höhe der Sonne an. Beide Systeme maximieren die Sonneneinstrahlung. Studien zeigen, dass Tracker bis zu 20-30% mehr Energie produzieren können als Festmodul-Systeme (Quelle: Fraunhofer ISE, 2026).
Diese Systeme sind besonders geeignet für große Flächen. Aus unserer Erfahrung mit über 60 Projekten wissen wir, dass sie sich gut für landwirtschaftliche Betriebe mit weitläufigem Gelände eignen.
Vertikales Bifazial-System
Ein vertikales Bifazial-System, oft als Agri-PV-Zaun bezeichnet, steht senkrecht zur Erde. Es nutzt beide Seiten der Solarmodule, um Licht einzufangen. Diese Systeme sind ideal für Felder mit Nord-Süd-Ausrichtung. Bifaziale Module können die Energieausbeute um bis zu 10% steigern (Stand: 2026, Quelle: BNetzA).
Diese Systeme sind flexibel und ermöglichen weiterhin die Nutzung der Fläche für bestimmte Kulturen. Unsere Erfahrung zeigt, dass sie sich gut für klassische Landwirtschaft oder in der Nähe von Flughäfen eignen.
Hochaufgeständertes Festmodul-System
Hochaufgeständerte Festmodul-Systeme sind fest installiert und bieten ausreichend Bodenfreiheit für landwirtschaftliche Maschinen. Sie sind stabil und wartungsarm. Diese Systeme sind besonders nützlich für Gemüse- oder Obstanbau, wo Maschinen regelmäßig eingesetzt werden müssen.
Durch die Überdachungseffekte können sie zudem das Mikroklima verbessern. Ein Vorteil, den wir in mehreren unserer Projekte beobachten konnten, ist die effizientere Nutzung von bewässerten Flächen.
| Systemtyp | Technische Besonderheiten |
|---|---|
| Einachsiger Tracker | Folgt der Sonne von Ost nach West |
| Zweiachsiger Tracker | Folgt der Sonne in zwei Achsen |
| Vertikales Bifazial-System | Nutzen von Licht auf beiden Modulseiten |
| Hochaufgeständertes Festmodul-System | Stabile Struktur mit Bodenfreiheit |
Einspeiseprofil – Stromproduktion über Tag und Jahr
Agri-PV-Systemtypen variieren in ihrer Stromproduktion je nach Tages- und Jahreszeit. Diese Unterschiede beeinflussen die Einnahmen und die Effizienz der Nutzung erneuerbarer Energien.
Einachsige und zweiachsige Tracker
Einachsige Tracker und zweiachsige Tracker optimieren die Stromproduktion durch automatische Anpassung an den Sonnenstand. Einachsige Tracker folgen der Sonne von Ost nach West, während zweiachsige Tracker auch den Neigungswinkel nachführen. Diese Systeme erzeugen im Sommer bis zu 25 % mehr Energie als fest installierte Systeme (Quelle: Fraunhofer ISE, 2026).
Unsere Erfahrung mit über 60 Projekten zeigt, dass Tracker-Systeme besonders in Regionen mit hoher Sonneneinstrahlung effektiv sind. Sie können die Stromproduktion am Morgen und am Abend verlängern, was zu einem glatteren Einspeiseprofil führt.
Vertikales Bifazial-System
Vertikale Bifazial-Systeme, auch Agri-PV-Zäune genannt, nutzen beide Seiten der Module zur Stromproduktion. Diese Systeme sind unabhängig von der Sonneausrichtung und erzielen in Wintermonaten bessere Ergebnisse. Im Vergleich zu Tracker-Systemen produzieren sie jedoch über den Tag hinweg weniger Spitzenenergie.
Ein Vorteil dieses Systems ist die gleichmäßige Stromproduktion, die insbesondere in den Wintermonaten verlässlicher ist. Dies kann den Bedarf an Netzstabilität unterstützen.
Hochaufgeständertes Festmodul-System
Hochaufgeständerte Festmodul-Systeme sind statisch und ihre Module sind in einem festen Winkel installiert. Diese Systeme erzeugen die meisten Erträge zur Mittagszeit, wenn die Sonne ihren höchsten Punkt erreicht. Sie sind weniger komplex und kostengünstiger in der Installation, was sie für bestimmte landwirtschaftliche Betriebe attraktiv macht.
Ein typisches Beispiel aus unseren Projekten zeigt, dass diese Systeme in den Sommermonaten bis zu 20 % weniger produzieren als Tracker-Systeme, jedoch in der Lage sind, durch geringere Betriebskosten langfristig wirtschaftlich zu bleiben.
Die folgende Tabelle zeigt einen Vergleich der Stromproduktion je nach Systemtyp:
| Systemtyp | Produktion Sommer (kWh) | Produktion Winter (kWh) |
|---|---|---|
| Einachsiger Tracker | 1.300 | 600 |
| Zweiachsiger Tracker | 1.300 | 650 |
| Vertikales Bifazial-System | 1.000 | 600 |
| Hochaufgeständertes Festmodul-System | 1.000 | 500 |
Diese Unterschiede im Einspeiseprofil sind entscheidend für die Wahl des passenden Agri-PV-Systemtyps. Sie bestimmen maßgeblich, wie gut ein System zu den individuellen Anforderungen eines landwirtschaftlichen Betriebs passt.
Wirtschaftlichkeit – Investitionskosten und Erträge im Vergleich
Die Wirtschaftlichkeit der Agri-PV-Systemtypen hängt von den Investitionskosten und den zu erwartenden Erträgen ab. Jeder Systemtyp hat unterschiedliche Kostenstrukturen und Ertragsmöglichkeiten.
Investitionskosten der verschiedenen Agri-PV-Systemtypen
Die Investitionskosten variieren stark zwischen den Agri-PV-Systemtypen. Einachsige Tracker sind in der Regel günstiger in der Anschaffung als zweiachsige Tracker. Der Grund liegt in der einfacheren Mechanik und geringeren Komplexität. Laut Fraunhofer ISE (Stand: 2026) liegen die Anlagenkosten für einachsige Tracker bei etwa 900 Euro pro kWp, während zweiachsige Tracker ungefähr 1.200 Euro pro kWp kosten.
Vertikale Bifazial-Systeme, auch bekannt als Agri-PV-Zäune, erfordern spezielle Module und Montagestrukturen. Diese Systeme kosten durchschnittlich etwa 1.100 Euro pro kWp. Hochaufgeständerte Festmodul-Systeme sind oft die teuerste Option, mit Kosten von bis zu 1.300 Euro pro kWp, da sie eine stabile und hohe Struktur benötigen.
Erträge der Agri-PV-Systemtypen
Die Erträge eines Agri-PV-Systems hängen von der Ausrichtung, dem Standort und dem verwendeten Systemtyp ab. Einachsige Tracker können durch ihre Beweglichkeit die Ausrichtung zur Sonne optimieren und so bis zu 15% mehr Strom erzeugen als feste Systeme (Quelle: Solar Energy, 2025). Zweiachsige Tracker maximieren die Sonnenausbeute weiter und können bis zu 25% höhere Erträge generieren.
Vertikale Bifazial-Systeme profitieren von der beidseitigen Lichtaufnahme der Module, was in bestimmten Situationen, wie etwa bei Schneebedeckung, Ertragsvorteile bieten kann. Hochaufgeständerte Festmodule sind weniger flexibel in der Ausrichtung, bieten aber eine konstante Leistung über den Tag hinweg.
Praxisbeispiele aus 60+ DoppelErnte-Projekten
Aus unserer Erfahrung mit über 60 Projekten wissen wir, dass die Wahl des richtigen Agri-PV-Systemtyps entscheidend für die Wirtschaftlichkeit ist. In Bayern konnten wir mit einachsigen Trackern bei eher flachen Geländen die besten Kosteneffizienz erzielen. Bei hügeligen Landschaften und wechselnden Wetterbedingungen erwiesen sich zweiachsige Tracker als besonders vorteilhaft, da sie die Sonneneinstrahlung besser ausnutzen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Wahl des Agri-PV-Systemtyps nicht nur von den Investitionskosten abhängt, sondern auch von den spezifischen Anforderungen und Bedingungen des landwirtschaftlichen Betriebs.
Agrarische Nutzbarkeit – Welche Kulturen sind möglich?
Agri-PV-Systemtypen ermöglichen den Anbau verschiedener Kulturen, abhängig vom gewählten System. Einachsige und zweiachsige Tracker bieten mehr Flexibilität, während vertikale und festaufgeständerte Systeme spezifischer sind.
Einachsige und zweiachsige Tracker – Flexibilität im Anbau
Einachsige Tracker und zweiachsige Tracker sind besonders anpassungsfähig. Sie erlauben den Anbau von Kulturen wie Mais, Weizen und Kartoffeln. Diese Systeme bieten den Vorteil, dass sie sich dem Sonnenstand anpassen und so den Schattenwurf minimieren. Dadurch bleibt mehr Fläche für den Anbau nutzbar. Aus unserer Erfahrung mit 60 DoppelErnte-Projekten ist bekannt, dass diese Flexibilität besonders bei Mischkulturen wertvoll ist. Der geringere Schattenwurf maximiert die landwirtschaftliche Produktivität.
Vertikales Bifazial-System – Spezialisierter Anbau
Das vertikale Bifazial-System, oft als Agri-PV-Zaun bezeichnet, eignet sich für spezifische Anbauszenarien. Diese Systeme sind ideal für Kulturen, die von teilweiser Beschattung profitieren, wie Beeren oder Gemüse. Die vertikale Anordnung ermöglicht eine effiziente Landnutzung, da die Module beidseitig Licht aufnehmen. Dies führt zu einer verbesserten Stromausbeute, auch bei indirekter Sonneneinstrahlung. Studien von Fraunhofer ISE zeigen, dass diese Systeme die Bodenqualität durch geringere Austrocknung verbessern können (Quelle: Fraunhofer ISE, 2026). Das vertikale System ist jedoch ebenfalls für Acker- und Grünland Flächen geeignet.
Hochaufgeständertes Festmodul-System – Traditionelle Landwirtschaft
Hochaufgeständerte Festmodul-Systeme bieten Platz für traditionelle Landwirtschaft. Diese Systeme sind besonders geeignet für Weiden oder Anbauflächen mit hohen Pflanzen, wie Sonnenblumen oder Hopfen. Die hohe Aufständerung ermöglicht den Einsatz größerer Maschinen. In unseren Projekten haben wir festgestellt, dass diese Systeme ideal für Betriebe sind, die keine Flexibilität in der Bepflanzung benötigen. Sie sind jedoch anfälliger für Verschattungseffekte, was den Anbau von lichtempfindlichen Kulturen einschränkt.
Die folgende Tabelle zeigt die geeigneten Kulturen für jeden Agri-PV-Systemtyp:
| Systemtyp | Geeignete Kulturen |
|---|---|
| Einachsiger Tracker | Weizen, Kartoffeln, Soja etc. |
| Zweiachsiger Tracker | Mischkulturen, Mais |
| Vertikales Bifazial-System | Beeren, Gemüse |
| Hochaufgeständertes Festmodul-System | Weide, Sonnenblumen, Hopfen |
Insgesamt hängt die Wahl des Agri-PV-Systemtyps stark von den landwirtschaftlichen Zielen und den spezifischen Anbauanforderungen ab. Unsere Erfahrung zeigt, dass eine sorgfältige Planung den Schlüssel zum Erfolg darstellt.
DIN SPEC 91434 – Anforderungen an Agri-PV-Systemtypen
Die DIN SPEC 91434 legt die Anforderungen und Klassifizierungen für Agri-PV-Systemtypen fest. Sie dient als Leitfaden für die sichere und effiziente Integration von Photovoltaikanlagen in der Landwirtschaft.
Was definiert die DIN SPEC 91434?
Die DIN SPEC 91434 bezeichnet eine Norm, die Standards für die Planung und den Betrieb von Agri-PV-Systemen setzt. Sie klassifiziert die Systeme in verschiedene Kategorien, um ihre Eignung für landwirtschaftliche Zwecke sicherzustellen.
Aus unserer Erfahrung mit 60 Projekten lässt sich sagen, dass die Norm klare Richtlinien für die Installation und den Betrieb von Agri-PV-Systemtypen vorgibt. Diese Richtlinien helfen, die Systeme optimal an die Bedürfnisse landwirtschaftlicher Betriebe anzupassen.
Kategorisierung der Agri-PV-Systeme
Die Norm unterscheidet zwischen Kategorie I und Kategorie II Agri-PV-Systemen. Kategorie I umfasst Systeme, die eine geringere Beeinträchtigung der landwirtschaftlichen Nutzung mit sich bringen, während Kategorie II Systeme eine höhere Integration der PV-Anlagen in die Agrarlandschaft aufweisen.
Beispiele für Kategorie I sind einachsige Tracker und hochaufgeständerte Festmodul-Systeme. Kategorie II umfasst zweiachsige Tracker und vertikale Bifazial-Systeme, die als Agri-PV-Zäune fungieren.
| Systemtyp | Kategorie |
|---|---|
| Einachsiger Tracker | Kategorie I |
| Zweiachsiger Tracker | Kategorie II |
| Vertikales Bifazial-System (Agri-PV-Zaun) | Kategorie II |
| Hochaufgeständertes Festmodul-System | Kategorie I |
Anforderungen an die Planung und Installation
Die Norm erfordert, dass Agri-PV-Systemtypen so geplant werden, dass sie die landwirtschaftliche Nutzung nicht beeinträchtigen. Dies beinhaltet die Berücksichtigung von Maschinenzugänglichkeit und Kultivierungsoptionen.
Ein zentraler Aspekt ist die Anpassung der Modulhöhe und -neigung, um den Schattenwurf zu minimieren und die Agra-Fläche effizient zu nutzen. Aus unserer Erfahrung zeigt sich, dass besonders hochaufgeständerte Systeme diese Anforderungen gut erfüllen.
- Sicherstellung der Maschinenzugänglichkeit
- Optimierung der Modulplatzierung
- Berücksichtigung spezifischer Kulturpflanzen
Die Einhaltung der DIN SPEC 91434 stellt sicher, dass Agri-PV-Systeme sowohl ökonomisch als auch ökologisch sinnvoll eingesetzt werden.
Fazit – Welches System passt zu Ihnen?
Die Wahl des passenden Agri-PV-Systemtyps hängt von den spezifischen Anforderungen Ihres Betriebs ab. Unterschiedliche Faktoren wie Strombedarf, Flächennutzung und Investitionskosten spielen eine entscheidende Rolle.
Einachsiger oder zweiachsiger Tracker?
Einachsige Tracker sind ideal für Betriebe mit hohem Strombedarf während der Tagesstunden. Sie bieten eine gleichmäßige Stromproduktion, die sich gut mit den Strombörsenpreisen deckt. Zweiachsige Tracker bieten noch höhere Effizienz, da sie den Sonnenstand kontinuierlich verfolgen. Aus unserer Erfahrung mit über 60 Projekten zeigt sich, dass Tracker-Systeme allgemein am sinnigsten sowohl für die Agri- als auch PV-Seite sind. In der Regel ist einachsiges Tracking zu bevorzugen, aufgrund der geringeren Komplexität und damit geringeren Investitionskosten.
Zitierbarer Fakt: Tracker-Systeme können die jährliche Energieproduktion um bis zu 20% steigern im Vergleich zu festen Systemen (Quelle: Fraunhofer ISE, 2026).
Vertikale Bifazial-Systeme – Agri-PV-Zäune?
Vertikale Bifazial-Systeme, auch als Agri-PV-Zäune bekannt, eignen sich besonders für kleinere Flächen oder als Begrenzungen. Durch ihre doppelseitige Photovoltaik-Technologie nutzen sie sowohl direkte als auch diffuse Sonnenstrahlung. Diese Systeme sind ideal, wenn die landwirtschaftliche Nutzung der Fläche im Vordergrund steht, z.B. für Weideflächen oder Kulturpflanzen mit niedrigem Wuchs.
Zitierbarer Fakt: Bifaziale Module können bis zu 10% mehr Ertrag erzielen als monofaziale Module (Quelle: BMWK, 2026).
Hochaufgeständerte Festmodul-Systeme?
Hochaufgeständerte Festmodul-Systeme sind optimal für Betriebe, die eine Kombination aus Flächennutzung und einfacher Installation suchen. Diese Systeme ermöglichen weiterhin die Nutzung großer landwirtschaftlicher Maschinen und eignen sich gut für Kulturen wie Äpfel oder Hopfen. Sie sind oft die kostengünstigste Lösung mit relativ geringen Wartungskosten.
Unsere Erfahrung zeigt, dass hochaufgeständerte Systeme besonders in Regionen mit weniger Schwankungen im Sonnenstand vorteilhaft sind.
Um das passende System auszuwählen, sollten Sie alle Faktoren sorgfältig abwägen und möglicherweise eine Beratung von Experten in Anspruch nehmen. Ein individuelles Konzept kann helfen, die beste Kombination aus Energieproduktion und landwirtschaftlicher Nutzung zu finden. Gerne können wir das optimale System gemeinsam mit Ihnen in einer Machbarkeitsanalyse bestimmen.
FAQ
Quellen und weiterführende Links
- logicenergy.de
- energiefluss24.de
- bfn.de
- agrar.energy
- ise.fraunhofer.de
- umweltbundesamt.de
- tfz.bayern.de
- reduco.ai
- nabu.de
- natur-und-erneuerbare.de
- pv-magazine.de
- fz-juelich.de
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